| Franz Schandl, Auf dem Minenfeld Die Linke, Israel und der Antisemitismus. Vier Versuche einer Beschreibung, aber auch einer Entschärfung von Knallkörpern |
| junge Welt vom 16.04.2002 |
| Die Linke, Israel und der Antisemitismus - das ist nicht nur ein schwieriges Thema, sondern oft ein geradezu unmögliches, oder besser noch ein verunmöglichtes. Was hierzulande zumindest in den sensibleren Segmenten vorherrscht, ist das schlechte Gewissen, das unterschiedlich »aufgelöst« wird. Meinen die einen, dies sei eine Frage wie jede andere, meinen andere, dies sei eine Frage, die überhaupt mit keiner anderen verglichen werden darf. Bagatellisieren die einen, so dramatisieren die anderen. Aber auch jene, die hauptsächlich schweigen oder sich größtenteils zurücknehmen (wozu wir uns zählen würden), bleiben in einem unglücklichen Bewußtsein der Beunruhigung stecken.
Keine andere Frage ist so belastet wie diese. Man kommt sich vor, als liefe man durch ein Minenfeld. Nie kann man sicher sein, daß nicht etwas explodiert. Auf dem Minenfeld kann nämlich jeder Schritt ein »Fehltritt« sein und zwar einer mit unabsehbaren Folgen. Verdrängung wie Übertreibung dominieren die Debatte. Das Dilemma scheint zu sein, das kein richtiger Ton gefunden werden kann, daß alles irgendwie falsch klingt. Angesagt wäre ein vorsichtig agierendes Räumungskommando. Eine umsichtige Debatte über Verminung und Entminung, eine Auseinandersetzung, die sich nicht in den obligaten Bezichtigungs- und Zurückweisungsritualen erschöpft. Doch ist das unter diesen beklemmenden Zuständen leistbar? Leben wir nicht in Zeiten, wo die allermeisten Kontrahenten - sei es der reelle Konflikt im Nahen Osten, seien es die hiesigen Parteigänger - sich allesamt weniger als Entminungsdienst empfehlen, sondern als Magazineure der Eskalation? Ideeller Treibhauseffekt In der Abschiedsnummer des FAUST (00.02) schrieb Ralf Oberndörfer in einer Rezension des Bandes »Ein deutscher Krieg« von Tjark Kunstreich (Bahamas): »Das Entlarven von "Antisemitismus" hat im Moment als linkes Gesellschaftsspiel einen Stellenwert, der an das Entlarven von "Sexismus" in den achtziger Jahren heranreicht. Wer also flott formulierte Totschlagargumente braucht, soll das Buch lesen. Bedauerlich ist allerdings die Tatsache, daß es von ça ira in Freiburg veröffentlicht wurde. Dort erschien vor zehn Jahren jenes Heft von Kritik&Krise, das wesentlich dazu beitrug, eine kritische Auseinandersetzung über Antisemitismus und die linke Liebe zum Volk in Gang zu bringen. 1995/1996 - nach einigen guten Texten zum "Supergedenkjahr" - wurde die "antideutsche" Kritik zur Pose und hat in Kunstreich jetzt einen ihrer lärmigsten Protagonisten gefunden. Wenn man die Auseinandersetzung über Geschichtspolitik nicht in Form von geschichtsphilosophischer Folklore führen will, braucht es eine Position, die die Selbstgerechtigkeit der Berliner Republik ebenso meidet wie das stille Einverständnis mit sich selbst in "antideutschen" Wärmestuben.« In den Wärmestuben geht es heiß zu. Die Übung, doch irgend jemanden des Antisemitismus zu zeihen, ist für manche die elementare Nahrung ihrer intellektuellen Existenz geworden. Die monothematische Reduktion hat in »antideutschen« Sektoren mittlerweile manische Züge angenommen. Jenen, die immer von pathologischen Projektionen anderer reden, ist entgangen, daß sie selbst Fälle für die Pathologie geworden sind. Die panische Selbstinszenierung schreit stets: Entlarven! Denunzieren! Kujonieren! Aber was sollen diese Imperative bewirken, außer eine atmosphärische Überhitzung, eine Art ideellen Treibhauseffekt? Oder ist das gar das Ziel? Zweifellos ist es wichtig, die Dimensionen des Antisemitismus in der bürgerlichen Gesellschaft aufzuzeigen, insbesondere in Deutschland und Österreich. Wir teilen diese Intention völlig, nicht aber teilen wir, was sich in den letzten Jahren an »antideutscher« Scharfmacherei dort entwickelt und durchgesetzt hat. Im Gegenteil, wir glauben, daß diese Intention inzwischen von den selbsternannten Hauptbetreibern selbst destruiert wird. Was bleibt, ist das Abspulen von dunklen Formeln, die stets in neuen Bezichtigungen ihren Ausdruck finden. Was sich offenbart, ist geradewegs eine Lust auf Antisemitismus, selbstverständlich negativ gewendet. Ihr seltsames Glück finden die antiantisemitischen Fallensteller dann, wenn in die Fallgruben (besonders beliebt sind hier die unseligen Internetdiskussionen) des öfteren der eine oder andere Linke reinfällt - manchmal zurecht, manchmal unabsichtlich, manchmal aus purer Dummheit. Das »pädagogische« Instrument der Fallensteller ist der Pranger. Die öffentliche Brandmarkung ist obligat. Der Tendenz nach kann alles überfallen werden, was nicht so erscheint, wie man sich selbst erscheint. Es ist ein inquisitorisches Spiel in einem Spukschloß, eines von der Sorte, mit der schon die K-Gruppen in einem Ritual der Abschreckung ihren Minimundus zerstört haben. Was wir erleben, ist eine Neuauflage. Eine Farce der Farce. Man lese nur den wunderlich grobschlächtigen Text, mit dem zu Ostern von der »Inititiative Sozialistisches Forum« (ISF) zu einem »Antideutschen Kongreß« nach Freiburg aufgerufen wurde. Das »Jetzt erst recht!«-Hardcore-»Antideutschtum« spürt, daß jeder kleine Rückzieher den ideologischen Bau zusammenstürzen lassen würde. Zuspitzung und Einschwörung sind daher angesagt, sie sind auch das fiktive Kapital dieser extremistisch gewordenen Strömungen. Am Abgrund stehend, verheißt es das gelobte Land, ja noch im Fallen verkündet es das wunderbare Gefühl des Schwebens in höheren Sphären. Nach dem Aufprall ist freilich keine Revision mehr möglich. Was ziemlich nervt, ist, daß es wieder einmal zu einer fast klassischen Kindergartenkaderakkumulation kommt, wo vor allem zum rechten Glauben strebende Youngsters in apostolischem Eifer ihre Selbstabschaffung als Gesellschaftskritiker zelebrieren. Dazu »Bravo« zu sagen, wäre allerdings zynisch. Letztlich ist es ein trauriges Kapitel, wenn eine an sich unterstützenswerte Regung mit relativ hoher inhaltlicher Substanz sich so verstümmelt. Wenn man sich etwa die bequemen Reaktionen in traditionslinken Blättern anschaut, dann sind die regelrecht dankbar für die Durchgeknalltheit »antideutscher« Splitter. Da kann man sich billig abputzen. In Zeiten, wo alles immer verrückter wird und viele Subjekte demgemäß immer irrer werden, darf auch die Linke nicht fehlen. Zweifellos mußte der unerträgliche Vergleich israelischer Besatzungspolitik mit nationalsozialistischer Vernichtungspolitik Gegenstand heftiger Attacken werden. Wer daraus jedoch den Schluß zieht, die wirklichen Nazis wären fortan Arafat und das »palästinensische Vernichtungskollektiv«, ersetzt eine Ungeheuerlichkeit nur durch eine andere. Die Nazi-Bezichtigung kann ja nur dazu aufrufen, die feindliche Seite endgültig niederzuwerfen und zu erledigen. Denn mit Nazis kann und darf man sich nicht arrangieren. In der Logik müssen die einen für die Abschaffung des »imperialistischen Bollwerks im Nahen Osten«, also die Eliminierung des Staates Israel eintreten, wie die anderen die endgültige Einverleibung der besetzten Gebiete fordern müssen, d. h. die restlose Zerschlagung von Autonomiebehörde und die Abschaffung aller Ansprüche und Begehrlichkeiten der Palästinenser. Was wollen die »Antiimps«? - Den jüdischen Staat auslöschen? Und was wollen die Antideutschen? - Ramallah wie Dresden bombardieren, damit endlich Ruhe ist? Manchmal hat man wirklich das Gefühl, als seien »Antideutsche« nur gewendete »Antiimperialisten«. Einige sind das auch tatsächlich. Vielfach wurde einfach das Palästinenser-Tuch gegen die israelische Flagge ausgetauscht. Wie sich Worte und Bilder doch gleichen. Was die »Antideutschen« vermögen, können die »Antiimperialisten« schon lange. Je extremer die Parteiergreifung, desto bedingungsloser die Unterstützung. Nicht nur der Herostratentrupp der Bahamas fühlt sich bedingungslos verpflichtet, ebenso gilt das für gewisse »Antiimperialisten«: »Auf der Seite der Unterdrückten, bedingungslos!« heißt der Titel eines Diskussionsbeitrages der Wiener Antiimperialistischen Koordination (AIK). Eine bedingungslose Solidarität, seis mit Israel, seis mit den Palästinensern, können nur jene ausrufen, deren Horizont sich von allen Bedingungen losgelöst hat. Das ist ein Standpunkt, der gar nicht mehr wissen will, wofür er weshalb steht, dafür aber umso frenetischer glaubt. Er ist in der Theologie gelandet, Stärke versteht sich als Inbrunst identitätsbesoffener Parteilichkeit. »Antiimps« wie »Antideutsche« sind fanatische Parteigänger, die sich freilich in ihrem Gegenüber nicht erkennen wollen. Ihre gemeinsame Mentalität ist die des Schützengrabens. Vielleicht wäre es nützlich, »Antiimps« und »Antideutsche« mit Spielzeuggewehren und Bombenattrappen auszurüsten, damit sie ihre aufgestauten Gefühle mal so richtig aneinander abreagieren können. Dabei dürfen die einen dann lautstark »antisemitisches Pogrom« skandieren und die anderen die »imperialistische Invasion« geißeln. Und wenn das nicht reicht, könnte man sie auf diesem Holodeck noch auf eine virtuelle Zeitreise schicken. Gretchenfrage Palästinenserstaat »Scharon und Arafat sind fürchterliche Präsidenten«, schreibt der israelische Schriftsteller Amos Oz. »Israelis wie Araber verdienten eine bessere politische Führung. Aber die öffentliche Meinung in Europa sollte Empathie für beide Konfliktparteien aufbringen. Denn eine Lösung des Problems wird für beide Seiten sehr schmerzhaft sein. Und es gibt nur die Zwei-Staaten-Lösung. Die israelische Besetzung von Westbank und Gaza-Streifen muß beendet werden, heute noch, besser gestern. Auch ohne Frieden. Es gibt für Israel keinen Grund, das Leben der Palästinenser zu kontrollieren. Trotzdem bin ich nicht sicher, ob palästinensische Fundamentalisten Israel in Ruhe lassen, wenn es die Besetzung beendet: Sie wollen, daß die Juden zur Hölle fahren. Wir sollen nicht nur Gaza und Westjordanland verlassen, wir sollen uns auflösen. (...) Das deutsche Publikum muß verstehen, daß dies ein tragischer Konflikt zwischen zwei Parteien ist, die beide Recht haben.« (Freitag, 7./8. Februar 2002) Und was sagt Moshe Zuckermann, der Leiter des Instituts für deutsche Geschichte in Tel Aviv? »Ich glaube, sofern die Motive nicht durch sachfremde Inhalte zu sehr aufgeladen werden, könnten eine Solidarität mit den Palästinensern, die sich dabei nicht in Gewaltphantasien gegenüber dem Staat Israel ergeht, und eine angemessene Kritik an Israel möglich sein. Meine Erfahrung mit der deutschen Linken in den letzten Wochen ist, daß sie sich - von einigen Ausnahmen abgesehen - als hierzu nicht fähig erwiesen hat. Statt dessen polarisiert sie und sieht den Konflikt in einem manichäischen Entweder-Oder.« (Konkret 3/2001) Zur Zeit drängt vieles in Richtung rigider Trennung. Was aber auch meint: Gegenseitige Anerkennung und Garantie. Ob das mit den Führungen unter Scharon einerseits und unter Arafat andererseits möglich ist, muß jedoch bezweifelt werden. Die aktuellen Bewußtseinsstrukturen und Gegebenheiten - der völkerkerkersprengende Kommunismus ist ja nicht in Sicht - werden zumindest in einem halbwegs positiven Szenario auf ein prekäres und fragiles Zwei-Staaten-Modell hinauslaufen. Hierin sind sich alle relevanten Kräfte einig, von Scharon bis Arafat, von den USA bis zu den arabischen Ländern. Das mag man nun für unbefriedigend halten. Wahrscheinlich ist auch ein palästinensischer Staat eine Karikatur eines solchen, halbwegs existenzfähig nur als ein Zuschußprojekt der EU und bestimmter arabischer Staaten, geschüttelt von inneren Konflikten, die alles andere als eine freundliche Verlaufsform vermuten lassen. Der Kleinkrieg mit Israel kaschiert da vieles. Was anstünde, ist ein fauler Kompromiß, denn die Kompromißlosigkeit ist um vieles schlimmer. Unmittelbares Ziel ist, daß Mord und Zerstörung aufhören oder gemindert werden. Die spannende Frage ist, wie groß denn das palästinensische Staatsgebiet sein darf. Scharon will lediglich 43 Prozent der 1967 besetzen Gebiete zurückgeben. Das hält die Gegenseite für inakzeptabel. Ob Scharon nun deswegen gar ein Antisemit ist oder nicht, ein besonders gefährlicher oder nur ein verblendeter oder aber ein geschickter Taktiker, der Arafat über den Tisch zieht, diese Fragen überlassen wir gern den »antideutschen« Aufklärungsregimentern. Rechts von Scharon, so will es die historische Groteske, die alles andere als eine Humoreske ist, stehen neben jüdischen Siedlern und Sekten jedenfalls nur die »antideutschen« Deutschen in den Nachfolgestaaten des »Dritten Reiches«. Die »antideutsche« Gretchenfrage, ob man für einen palästinensischen Staat ist oder nicht, ist ungefähr so dumm, wie diese mit »Ja« oder »Nein« zu beantworten. Zumindest wenn es sich um metropolitane Linke oder gar Wertkritiker handelt. Wie sich die Wertkritik der unmittelbaren Realität nicht unterwerfen darf, so darf sie doch ihre Wirklichkeit nicht verdrängen. Wenn man dagegen ist, schlechte Luft zu atmen, wird man doch niemandem empfehlen, das Atmen einzustellen. Im Notfall wird man gar schimmliges Brot essen. Daß die Kritik des Staates nicht unmittelbar zur praktischen Anwendung gerät, müßte ja selbst den hartgesottensten Staatskritikern auffallen. Daß die Menschen zwischendurch auch im falschen Leben erträglich leben wollen (und eben nicht nur die westlichen Kriegsgewinnler!), sollte anerkannt werden, ohne die spezifischen Prägungen und Begrenzungen dieser Wünsche zu ignorieren. Ernsthafte Kritiker des Staates treten ja auch nicht hic et nunc für die Abschaffung staatlicher Transferleistungen ein. Oder haben wir da was überlesen? Bund deutscher Likud-Buben Daß jetzt die israelische Friedensbewegung wieder Zulauf erhält, wird die »Antideutschen« ziemlich wurmen. Wahrscheinlich ist das auf antisemitische Einflüsse in Israel selbst zurückzuführen, möglicherweise handelt es sich um die fünfte Kolonne Deutschlands im Nahen Osten. Daß jetzt sogar Armeeangehörige den Dienst in den besetzten Gebieten verweigern, ist ebenso deutschem Druck geschuldet. Vielleicht hat Rudi Scharping sie gezwungen. Daß der palästinensische Intellektuelle Edward Said zur Zusammenarbeit mit dem israelischen Widerstand gegen die israelische Besatzung aufruft, kann nur einem besonders verwegenen Schachzug einer antijüdischen Weltverschwörung entspringen. Die Forderung der israelischen Friedensbewegung »Raus aus den besetzten Gebieten«, würde der Bund deutscher Likud-Buben (BDLB) wohl als Appeaesement gegenüber dem antisemitischen Vernichtungskollektiv sehen. Denn nur so kann das betrachtet werden. Denn die weltweite Intifada ist überall, eine einzigartige Bedrohung der nun zu verteidigenden Zivilisation, vom Pentagon bis zu den Veranstaltungen der Bahamas. Davor darf man nicht in die Knie gehen, und wenn das nun gar Juden tun, dann sind sie von »antideutschen« Deutschen zurechtzuweisen und gegebenenfalls als Antisemiten zu outen. Denn nur »antideutsche« Deutsche wissen, was ein Jude ist und was er zu tun und zu unterlassen hat. Was Israel betrifft, herrscht im »antideutschen« Spektrum die reine Beschönigung. Es ist eine schwärmerische Liebe, über die selbst das Objekt des Begehrens regelmäßig den Kopf schüttelt. Dafür wird jeder Kritik an der Politik des offiziellen Israel direkt oder indirekt unterstellt, die Juden entweder ins Meer oder in die Gaskammern treiben zu wollen. Aus Indizien, die nicht immer nur falsch sind, basteln sie sich einen Popanz, der alle anderen explizit oder implizit einem Generalverdacht aussetzt. Es ist gerade die Ungeheuerlichkeit eines Vorwurfs, der diesen selbst immunisiert. Ja, er muß nicht einmal ausdrücklich geäußert werden. Oft reicht da die Schwingung. Es läuft nach der Devise: Irgendwas wird schon dran sein, denn sonst würden sie es ja nicht sagen. Die notwendige Kritik der linksliberalen »political correctness« hat nicht dazu geführt, daß man diese Belästigung zurückweist, sondern dazu, deren Kriterien noch rigider zu formulieren. Das stereotype Einfordern von bestimmten Aussagen gleich Fürbitten ist absolut kontraproduktiv, es will nicht Diskussion, sondern Sanktion. Der Antiantisemitismus »antideutscher« Prägung wird immer mehr zu einem Projekt, der einem gewissen Segment die mit radikalen Worten getarnte Rückkehr in den bürgerlichen Mutterschoß, sprich: Zivilisation, erlaubt. Zu deren Verteidigung ist man auch bereits brav am Appellplatz angetreten. An Eifer und Lautstärke will man dort jetzt alle anderen übertrumpfen. Die »antideutsche« Ideologie versteht sich mehr auf die Andacht als auf das Denken. Sie transzendiert sich immer mehr in ein religiöses Phänomen. Bahamas und ISF können inzwischen wahrlich als inquisitorischer Doppelorden der Ohnmacht gelten. Was uns als Verdunkelung gilt, gilt dort als Erleuchtung. Nun, was wollen die »antideutschen« Freunde darauf sagen? Wahrscheinlich werden sie bei Horkheimer und Adorno nachschlagen: »Der Schein hat sich so konzentriert, daß ihn zu durchschauen objektiv den Charakter der Halluzination gewinnt.« (Dialektik der Aufklärung, Adorno, Gesammelte Schriften 3, S. 231) Das ist zweifellos richtig, nur daraus ist keineswegs zu folgern, daß jede Halluzination schon eine Erkenntnis darstellt. * In der neuesten Ausgabe der Streifzüge (1/02), dem dieser Beitrag entnommen ist, finden sich einige Beiträge zu obigem Thema. Bestellungen unter: streifzuege@chello.at |
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